Im Juni steht bei uns die Königinnenzucht im Zentrum. Dafür übertragen wir jüngste Larven aus den Völkern ausgewählter Zuchtmütter in Weiselnäpfchen. Die Pflegevölker versorgen die Larven und ziehen daraus neue Königinnen auf. Rund zehn Tage nach dem Umlarven setzen wir die schlupfreifen Weiselzellen in vorbereitete Begattungseinheiten ein.
Der Zuchtablauf in Tagen
Die Tagesangaben zählen ab dem Umlarven und dienen als Orientierung:
- Tag 0 – Umlarven: Wir übertragen jüngste Larven in die Weiselnäpfchen und geben den Zuchtrahmen ins Pflegevolk.
- Tag 1 – Annahmekontrolle: Wir prüfen, welche Larven angenommen wurden und zu Königinnen aufgezogen werden.
- Etwa Tag 10 – Weiselzellen verteilen: Die schlupfreifen Zellen kommen in die vorbereiteten Begattungseinheiten.
- Etwa Tag 12 – Schlupf: Die jungen Königinnen schlüpfen.
- Etwa Tag 18–24 – Begattung: Bei geeigneter Witterung unternehmen die Königinnen ihre Begattungsflüge auf der Belegstelle.
- Etwa Tag 28 – Kontrolle der Eiablage: Wir prüfen, ob die Königinnen mit der Eiablage begonnen haben.
Besonders die Begattung und der Beginn der Eiablage können sich je nach Wetter verschieben. Die erste Eiablage ist ein wichtiger Kontrollpunkt. Brutbild, Volksentwicklung und weitere Zuchtmerkmale beurteilen wir im Verlauf der folgenden Wochen und Monate.
Worauf wir selektieren
Bei der Auswahl unserer Zuchtmütter achten wir auf mehrere Eigenschaften:
- Sanftmut und ruhigen Wabensitz
- Gute Volksentwicklung und Honigleistung
- Geringe Schwarmneigung
- Vitalität und ausgeprägtes Hygieneverhalten
- Varroaresistenz als Zuchtziel
Als Züchter nutzen wir Belegstellen für die kontrollierte Anpaarung unserer Königinnen. Dort stehen ausgewählte Drohnenvölker mit bekannter Abstammung. So können wir mütterliche und väterliche Herkünfte gezielt kombinieren und unsere Zuchtlinien nachvollziehbar weiterführen.
Weitere Arbeiten im Juni
Neben der Königinnenzucht betreuen wir unsere Wirtschafts- und Jungvölker:
- Jungvölker bedarfsgerecht erweitern, füttern und vor Räuberei schützen
- Sommertracht beobachten und ausreichend Platz in den Honigräumen schaffen
- Varroabefall der Jungvölker kontrollieren
- Futter- und Wasserversorgung der Begattungseinheiten sicherstellen
Tipp aus der Praxis
Königinnen brauchen Ruhe. Jede unnötige Öffnung eines Begattungskästchens vor der Eilage kostet Annahme. Wir notieren Daten und öffnen nur nach Plan.
Gute Bienen entstehen nicht durch Zufall, sondern durch Auswahl über Jahre.
