Der Februar bringt am Bienenstand oft beides: frostige Nächte und erste Nachmittage, die nach Frühling aussehen. Während an einem Standort noch Schnee liegt, blühen andernorts bereits Schneeglöckchen und Krokusse.
Auch in den Völkern geht die Entwicklung weiter. Die Brutpflege nimmt je nach Witterung und Standort zu, und an milden Tagen zeigen sich wieder Bienen am Flugloch. Jetzt lohnt es sich, aufmerksam zu beobachten und die nächsten Arbeiten auf die tatsächlichen Bedingungen abzustimmen.
Die Winterruhe weiterhin respektieren
Trotz erster Frühlingszeichen bleibt der Februar ein Wintermonat. Kälterückfälle sind jederzeit möglich, und die Völker brauchen weiterhin einen geschützten, möglichst ungestörten Stand.
Wir kontrollieren regelmässig von aussen, ob die Beuten sicher stehen, die Deckel fest sitzen und die Fluglöcher frei sind. Schnee, Eis oder angesammelte tote Bienen dürfen den Eingang nicht verschliessen. Hindernisse entfernen wir vorsichtig, ohne die Beuten unnötig zu erschüttern.
Für ein Öffnen des Volkes braucht es einen konkreten Anlass und geeignete Bedingungen. Eine ausführliche Frühjahrsdurchsicht lässt sich nicht allein am Kalender festmachen.
Futterreserven jetzt besonders beachten
Mit zunehmender Brutpflege steigt der Futterbedarf. Gleichzeitig gibt es draussen vielerorts noch kaum ergiebige Nektarquellen. Die Völker sind deshalb weiterhin auf ihre eingelagerten Vorräte angewiesen.
Die Schneeglöckchenblüte dient im Betriebskonzept des Bienengesundheitsdienstes als Orientierung für die erste Futterkontrolle. Je nach Höhenlage und Witterung fällt dieser Zeitpunkt unterschiedlich aus.
Wir prüfen die Versorgung möglichst schonend und passend zum Beutensystem. Wichtig ist, dass ausreichend Futter vorhanden und für die Bienen erreichbar ist. Bei einem Engpass muss rechtzeitig gehandelt werden. Je nach Situation kommen geeignete, volkseigene Reservefutterwaben oder Futterteig infrage.
Reinigungsflüge zum Beobachten nutzen
An sonnigen, milden Tagen können die Bienen zu Reinigungsflügen ausfliegen. Dabei entleeren sie ihre Kotblase nach einer längeren Zeit ohne Flugmöglichkeit.
Ein ruhiger Blick auf die Fluglöcher liefert jetzt wertvolle Hinweise:
- Welche Völker zeigen Flugbetrieb?
- Kehren Bienen mit Pollen zurück?
- Gibt es auffällig viele tote oder krabbelnde Bienen?
- Sind deutliche Kotspuren an der Flugfront zu sehen?
Unterschiede halten wir in unseren Aufzeichnungen fest. Ein einzelner schwacher Flugtag reicht für eine sichere Beurteilung noch nicht aus. Bleibt ein Volk unter vergleichbaren Bedingungen wiederholt auffällig, klären wir die Ursache gezielt ab.
Frühe Blüten und Wasserquellen im Blick behalten
Hasel, Schneeglöckchen, Winterlinge und Krokusse können je nach Standort bereits Pollen liefern. Dieser ist für die Aufzucht der jungen Bienen wichtig. Welche Pflanzen tatsächlich beflogen werden, hängt auch davon ab, ob das Wetter einen Ausflug zulässt.
Mit der Brutpflege wird zudem Wasser wichtiger. Wo eine geeignete Wasserquelle fehlt, können wir eine Bienentränke an einem sonnigen, geschützten Platz in der Nähe des Bienenstands bereitstellen. Sichere Landemöglichkeiten, etwa Steine oder Holzstücke, verhindern, dass die Bienen ins Wasser fallen. Die Tränke halten wir sauber und zuverlässig mit Wasser versorgt.
Die Vorbereitungen für die Saison abschliessen
Noch bleibt Zeit für die Arbeiten, die später leicht liegen bleiben. Wir kontrollieren das Material, bereiten Rähmchen vor und stellen sicher, dass ausreichend Zargen und Hilfsmittel für die Jungvolkbildung bereitstehen.
Auch die Planung wird konkreter: Wie viele Völker möchten wir führen? Wann brauchen wir Material für Ableger? Welche Fragen möchten wir vor Saisonbeginn in einem Kurs oder im Imkerverein klären?
Wer einen Messebesuch plant, kann die Einkaufsliste mitnehmen und gezielt nach passenden Lösungen suchen. So fliessen Weiterbildung und Austausch direkt in die Vorbereitung der eigenen Imkerei ein.
Tipp aus der Praxis
Ein Blick auf die Pflanzen rund um den Bienenstand ergänzt den Kalender. Notieren wir die ersten Blüten, den Flugbetrieb und die Witterung, entsteht mit der Zeit ein hilfreiches Bild unseres Standorts. So können wir die Arbeiten von Jahr zu Jahr besser auf die örtlichen Bedingungen abstimmen.
Im Februar begleiten wir den Übergang zum Frühling mit Geduld und Aufmerksamkeit: genügend Futter, freie Fluglöcher und gut vorbereitetes Material schaffen die Grundlage für die kommende Saison.
