Im April nimmt das Bienenjahr Fahrt auf. Obstbäume und Löwenzahn bieten zunehmend Pollen und Nektar, die Völker wachsen und die ersten Honigräume kommen zum Einsatz. Gleichzeitig verlangt das wechselhafte Frühlingswetter Aufmerksamkeit: Warme Flugtage können rasch von Kälte und Regen abgelöst werden.
Was im Volk passiert
Immer mehr Jungbienen schlüpfen und ersetzen die Winterbienen. Das Brutnest wächst, die Volksstärke nimmt zu und der Futterbedarf steigt. Bei guter Tracht beginnen die Bienen, neue Waben auszubauen und Nektar einzulagern.
Blühende Landschaften bedeuten jedoch nicht automatisch volle Vorräte. Halten Kälte oder Regen die Bienen im Stock, verbraucht die wachsende Brut weiterhin viel Futter. Deshalb behalten wir die Versorgung auch während der Frühjahrsblüte im Blick.
So begleiten wir die Frühjahrsentwicklung
- Völker beurteilen: Bei geeigneter Witterung kontrollieren wir Brutbild, Volksstärke und Futtervorräte.
- Bedarfsgerecht erweitern: Wir geben den wachsenden Völkern ausreichend Platz und nutzen ihren Bautrieb zur Wabenerneuerung.
- Honigräume aufsetzen: Sobald Volksstärke und Tracht passen, schaffen wir Raum für den eingetragenen Nektar.
- Schwarmstimmung beobachten: Mit zunehmender Volksstärke beginnt auch die Schwarmzeit. Wir achten auf erste Anzeichen und beginnen rechtzeitig mit regelmässigen Kontrollen.
Unsere Eingriffe richten sich nach dem Zustand der Völker, der Blüte und der Witterung. Der Kalender gibt die Orientierung – die Bienen zeigen uns, wann der nächste Schritt ansteht.
Vorbereitung auf die Königinnenzucht
Als Züchter beobachten wir im April besonders aufmerksam, wie unsere Zuchtvölker aus dem Winter kommen und sich im Frühjahr entwickeln. Diese Beobachtungen ergänzen die Aufzeichnungen aus dem Vorjahr und helfen uns bei der Auswahl der Zuchtmütter.
Sanftmut, ruhiger Wabensitz, Volksentwicklung, Honigleistung und geringe Schwarmneigung gehören ebenso zu unseren Auswahlkriterien wie Vitalität und Hygieneverhalten. Varroaresistenz bleibt dabei ein wichtiges Zuchtziel.
Wir bereiten das Zuchtmaterial und die Begattungseinheiten vor und planen die ersten Zuchtserien sowie die Termine auf den Belegstellen für die kontrollierte Anpaarung.
Weitere Arbeiten im April
- Futtervorräte besonders während längerer Schlechtwetterphasen kontrollieren
- Rähmchen, Mittelwände und Honigräume vorbereiten
- Wabenlager kontrollieren und auf sauberes Material achten
- Eine zuverlässige Wasserversorgung sicherstellen
- Beobachtungen zu Volksentwicklung und Zuchtmerkmalen dokumentieren
Tipp aus der Praxis
Nutze die Kirschblüte als Anlass, das Raumangebot deiner Völker zu prüfen. Kräftige Völker brauchen bei einsetzender Tracht häufig bereits den ersten Honigraum. Beurteile jedes Volk einzeln und stimme die Erweiterung auf Volksstärke, Nektareintrag und Witterung ab. So bekommen die Bienen rechtzeitig Platz zum Bauen und Einlagern.
Die Blüte gibt den Hinweis – das Volk bestimmt den Zeitpunkt.
