Der August entscheidet über den Winter. Die Winterbienen entstehen jetzt – und jede Milbe, die ihre Entwicklung stört, verkürzt ihr Leben und schwächt das Volk in der kalten Jahreszeit.
Warum der Zeitpunkt zählt
Winterbienen leben nicht sechs Wochen, sondern sechs Monate. Sie werden im August und September aufgezogen und legen Eiweissreserven an. Wird ihre Brut von Varroamilben befallen, schlüpfen sie leichter, kürzerlebig und häufig virusbelastet.
Diagnose vor Behandlung
- Gemülldiagnose auf der Bodeneinlage über mehrere Tage, Milben pro Tag berechnen
- Alternativ Auswaschprobe oder Puderzuckermethode für den Befall pro 100 Bienen
- Ergebnisse pro Volk notieren – nicht pro Stand schätzen
Behandlung im Sommer
Wir behandeln mit organischen Säuren, sobald die Honigernte abgeschlossen ist: Ameisensäure als Verdunstung wirkt auch in die verdeckelte Brut. Entscheidend sind Dosierung, Temperatur und Volksstärke – und eine Wirkungskontrolle nach der Behandlung.
- Honig abgeräumt und Ernte abgeschlossen
- Erste Behandlung nach Befallslage
- Milbenfall kontrollieren – Wirkung beurteilen
- Bei Bedarf zweite Behandlung anschliessen
Weitere Arbeiten im August
- Einfüttern beginnen, sobald behandelt wurde
- Völker auf gute Wintersitzung einengen
- Fluglöcher verkleinern, Räuberei verhindern
- Junge Königinnen abschliessend beurteilen
Varroabehandlung ist keine Frage des Kalenders allein, sondern des gemessenen Befalls.
