Bienen Naef
Ein Jahr im Bienenvolk

Juli: Sommerhonig und Saisonabschluss

Kräftig, würzig, dunkler – die zweite Ernte des Jahres.

Andreas Naef29. August 20265 min Lesezeit
Glas Sommerhonig aus eigener Ernte

Im Juli steht bei uns die zweite und letzte Honigernte des Jahres an. Unser Sommerhonig ist häufig dunkler, kräftiger und würziger als die Frühtracht. Je nach Tracht prägen Lindenblüten, später Blütennektar und Honigtau aus dem Wald seinen Charakter.

Was im Volk passiert

Bereits ab der Sommersonnenwende beginnt die Vorbereitung auf das nächste Bienenjahr. Die Bruttätigkeit nimmt allmählich ab, später geht auch die Volksstärke zurück.

Gleichzeitig haben sich die Varroamilben über den Frühling und Sommer vermehrt. Verteilen sie sich auf weniger Brut, steigt der Befallsdruck auf die verbleibenden Brutzellen. Deshalb ist jetzt besondere Aufmerksamkeit gefragt: Die Völker brauchen gute Bedingungen, um gesunde und langlebige Winterbienen aufzuziehen.

Von der letzten Ernte zur Wintervorbereitung

  1. Honigernte abschliessen: Wir setzen Bienenfluchten ein, entnehmen die reifen Honigwaben und verarbeiten den Honig zeitnah.
  2. Völker beurteilen: Wir kontrollieren Futtervorräte, Brutbild und Volksstärke und stellen eine ausreichende Futterversorgung sicher.
  3. Milbenbefall messen: Wir beurteilen den Varroabefall, beispielsweise anhand des natürlichen Milbenfalls auf der Unterlage.
  4. Sommerbehandlung durchführen: Nach Abschluss der Honigernte beginnen wir rechtzeitig mit der ersten Sommerbehandlung. Dabei stimmen wir das Verfahren und den Zeitpunkt auf unser Behandlungskonzept, den Zustand der Völker und die Witterung ab.

Warum wir die Honigsaison bewusst früh beenden

Mit dem frühen Ernteschluss schaffen wir Zeit für die Wintervorbereitung. Eine rechtzeitige Varroabehandlung senkt den Milbendruck, bevor ein grosser Teil der Winterbienen aufgezogen wird. So können diese möglichst gesund heranwachsen und das Volk durch den Winter bis ins nächste Frühjahr tragen.

Wir belassen den Völkern ausreichende Vorräte und ergänzen das Futter nach Bedarf. Gesunde Winterbienen, eine gute Futterversorgung und starke Völker bilden die Grundlage für das kommende Bienenjahr.

Weitere Arbeiten im Juli

  • Alte Brutwaben im Rahmen der Wabenhygiene ausscheiden und einschmelzen
  • Jungvölker kontrollieren, bedarfsgerecht erweitern und füttern
  • Räuberei vermeiden und keine offenen Honig- oder Futterreste am Stand zurücklassen
  • Behandlungsmittel und benötigte Geräte rechtzeitig bereitstellen
  • An heissen Tagen eine zuverlässige Wasserversorgung sicherstellen

Tipp aus der Praxis

Sommerhonig kandiert je nach Anteil an Waldhonig sehr unterschiedlich. Wer ihn klar und flüssig mag, lagert bei rund 15 Grad – nie im Kühlschrank und nie in der Sonne.

Nach dem letzten Schleudern beginnt nicht die Pause, sondern das nächste Bienenjahr.
BienenjahrJuliSommerhonig

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