Was ist Manukahonig und woher kommt er?
Manukahonig stammt vor allem aus Neuseeland. Die Bienen sammeln dafür Nektar der Manukapflanze (Leptospermum scoparium), eines Strauchs, der auch in Australien vorkommt. In Neuseeland gelten für die Ausfuhr als Manukahonig besondere Anforderungen: Anhand chemischer Merkmale und eines DNA-Markers lässt sich überprüfen, ob der Honig tatsächlich von der Manukapflanze stammt.
Berühmt geworden ist Manukahonig vor allem durch seinen Gehalt an Methylglyoxal (MGO). Dieser Stoff trägt zu seiner antibakteriellen Wirkung bei, die in zahlreichen Laboruntersuchungen erforscht wurde. Auf den Gläsern stehen deshalb oft Angaben wie «MGO 250+» oder «MGO 400+». Die Zahl bezieht sich auf den MGO-Gehalt in Milligramm pro Kilogramm Honig. Das ebenfalls verwendete UMF-System bewertet mehrere Merkmale.
Das sind interessante Eigenschaften. Ein hoher MGO-Wert bedeutet aber nicht automatisch, dass Manukahonig beim täglichen Verzehr gesünder ist als Schweizer Honig.
Ist Manukahonig gesünder als Schweizer Honig?
Die antibakterielle Wirkung von Manukahonig ist wissenschaftlich gut untersucht, insbesondere unter Laborbedingungen. Dabei spielt Methylglyoxal eine wichtige Rolle. Aber auch andere Honigsorten können das Wachstum bestimmter Bakterien im Labor hemmen. Je nach Herkunft und Zusammensetzung tragen dazu etwa Wasserstoffperoxid, der Säuregrad und der geringe verfügbare Wassergehalt bei.
Entscheidend ist die Unterscheidung zwischen Laborergebnissen und dem Verzehr als Lebensmittel. Dass eine Honigprobe im Labor antibakteriell wirkt, belegt noch nicht, dass der Honig beim Essen Krankheiten verhindern, lindern oder behandeln kann. Für eine generelle gesundheitliche Überlegenheit von Manukahonig beim normalen Verzehr fehlen überzeugende klinische Nachweise.
Beide Honigarten bestehen hauptsächlich aus verschiedenen Zuckerarten und Wasser. Sie enthalten daneben kleinere Mengen weiterer natürlicher Bestandteile. Deshalb gilt für beide: Honig ist ein aromatisches Lebensmittel, das man bewusst geniessen sollte, aber kein Ersatz für eine medizinische Behandlung.
Auch Schweizer Honig hat interessante natürliche Eigenschaften
Eine 2020 veröffentlichte wissenschaftliche Studie untersuchte 29 Schweizer Blüten- und Honigtauhonige. Die Forschenden analysierten ihre antibakterielle Aktivität gegen ausgewählte Bakterien. Besonders die untersuchten Honigtauhonige zeigten im Labor eine ausgeprägte Wirkung. Diese hing vor allem mit der Bildung von Wasserstoffperoxid zusammen. Die Wirkung unterschied sich jedoch deutlich zwischen den einzelnen Honigproben.
Eine weitere Studie aus dem Jahr 2014 verglich verschiedene Manukahonige mit einem Schweizer Mischblütenhonig. Bei der Untersuchung bestimmter Mundbakterien im Labor war die Wirkung des Schweizer Honigs mit jener von Manukahonigen niedriger Aktivitätsstufen vergleichbar. Manukahonige höherer Aktivitätsstufen schnitten stärker ab.
Die Untersuchungen zeigen: Antibakterielle Eigenschaften sind nicht ausschliesslich Manukahonig vorbehalten. Die Wirkstoffe und die Stärke der Laborwirkung können sich allerdings unterscheiden. Daraus lässt sich keine gleiche medizinische Wirkung der Honige ableiten.
Manukahonig und Schweizer Honig im Vergleich
| Eigenschaft | Manukahonig | Schweizer Honig |
|---|---|---|
| Herkunft | Vor allem Neuseeland | Schweiz, je nach Imkerei auch direkt aus deiner Region |
| Nektar- beziehungsweise Honigquelle | Manukapflanze | Verschiedene Blütenpflanzen und teilweise Honigtau |
| Besondere Inhaltsstoffe | Je nach Produkt vergleichsweise hoher MGO-Gehalt | Je nach Sorte unterschiedliche Enzyme und pflanzliche Inhaltsstoffe |
| Antibakterielle Wirkung im Labor | Gut untersucht, unter anderem im Zusammenhang mit MGO | Ebenfalls untersucht, bei manchen Sorten vor allem im Zusammenhang mit Wasserstoffperoxid |
| Geschmack | Häufig kräftig und charakteristisch | Von mild und blumig bis kräftig und würzig |
| Transport in die Schweiz | Langer internationaler Transportweg | Kurze Wege möglich, besonders beim regionalen Einkauf |
Für das Frühstücksbrot, zum Süssen oder zum Backen ist also nicht der MGO-Wert entscheidend. Viel wichtiger sind Geschmack, Herkunft, Qualität und die sorgfältige Verarbeitung.
Warum sich regionaler Schweizer Honig lohnt
Manukahonig hat einen weiten Weg hinter sich, bevor er bei uns im Verkaufsregal steht. Schweizer Honig stammt dagegen aus heimischer Produktion. Wer ihn direkt bei einer Imkerei in der Nähe kauft, kann internationale Transportwege vermeiden.
Das ist ein sinnvoller Beitrag zu einem bewussten Einkauf. Allerdings hängt die gesamte Umweltbelastung eines Lebensmittels nicht nur von der Transportdistanz ab. Auch Verarbeitung, Verpackung und Transportmittel spielen eine Rolle. Regional ist deshalb ein überzeugendes Herkunftsargument, aber keine pauschale Garantie für die bessere Ökobilanz.
Hinzu kommt die Transparenz: Beim Kauf direkt vom Imker lässt sich nachvollziehen, wo die Bienenvölker stehen und wie der Honig gewonnen und verarbeitet wird. Gleichzeitig unterstützt der Kauf die regionale Imkerei. Die Bienen besuchen auf ihren Sammelflügen zahlreiche Blüten und tragen dabei zur Bestäubung von Pflanzen bei.
Unser Schweizer Honig aus Gunzwil und Beromünster
Unsere Bienenvölker sammeln in der Region Gunzwil und Beromünster im Kanton Luzern, was die Natur während der verschiedenen Jahreszeiten bietet. Daraus entstehen Honige mit eigenständigem Charakter.
Unser Schweizer Blütenhonig ist mild und harmonisch. Wir rühren ihn sorgfältig cremig, damit er sich besonders gut auf dem Brot verstreichen lässt.
Unser Schweizer Sommerhonig verbindet Nektar von Sommerblüten mit Honigtau von Laub- und Nadelbäumen. Das verleiht ihm einen kräftigeren Geschmack mit leicht malzigen und würzigen Noten.
Beide Honigsorten sind Naturprodukte aus unserer Imkerei. Wir gewinnen und verarbeiten sie mit Sorgfalt, damit ihr sortentypischer Geschmack erhalten bleibt.
Fazit: Es muss nicht immer Manukahonig sein
Manukahonig ist eine besondere Honigspezialität. Sein MGO-Gehalt und seine antibakteriellen Eigenschaften verdienen wissenschaftliches Interesse. Für den täglichen Genuss gibt es jedoch keinen überzeugenden Grund, ausschliesslich auf Manukahonig aus Neuseeland zu setzen.
Auch Schweizer Honig hat eine vielfältige natürliche Zusammensetzung. Vor allem aber bietet er regionale Herkunft, charakteristische Aromen, transparente Produktion und die Möglichkeit, ihn direkt beim Imker zu kaufen.
Du musst nicht um die halbe Welt reisen, um guten Honig zu finden. Manchmal liegt das Besondere direkt vor unserer Haustür.
Entdecke unseren Schweizer Blütenhonig und Schweizer Sommerhonig aus eigener Imkerei.
Quellen und weiterführende Informationen
- Ministry for Primary Industries, Neuseeland: Was echten Manukahonig auszeichnet und wie seine Herkunft überprüft wird.
- Godocikova et al. (2020): Antibacterial potential of Swiss honeys and characterisation of their bee-derived bioactive compounds. Journal of the Science of Food and Agriculture, 100, 335–342.
- Schmidlin et al. (2014): Antibacterial potential of Manuka honey against three oral bacteria in vitro. Swiss Dental Journal, 124, 922–924.
- Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV): Nährwert- und gesundheitsbezogene Angaben bei Lebensmitteln.
Hinweis: Die erwähnten antibakteriellen Eigenschaften beziehen sich auf wissenschaftliche Laboruntersuchungen. Daraus lassen sich keine Heilversprechen für den Verzehr von gewöhnlichem Speisehonig ableiten.
