Im November wird es ruhig am Bienenstand. Die meisten Arbeiten zur Einwinterung sind abgeschlossen, die Tage werden kürzer und die Flugmöglichkeiten seltener. An milden Tagen sind die Bienen aber weiterhin unterwegs.
Jetzt geht es vor allem darum, den Bienenstand winterfest zu machen und die Völker möglichst wenig zu stören.
Den Bienenstand winterfest machen
Bevor der Winter kommt, kontrollieren wir noch einmal die Umgebung der Beuten:
- Beuten stehen stabil und sicher
- Deckel sind befestigt und gegen Wind geschützt
- Regenwasser kann gut ablaufen
- Äste oder andere Gegenstände können bei Sturm nicht auf die Beuten fallen
- Fluglöcher bleiben frei und gut zugänglich
Wo Mäuse oder Spitzmäuse ein Problem sein können, wird spätestens jetzt ein geeigneter Mäuseschutz angebracht.
Futterreserve im Blick behalten
Die eigentliche Auffütterung sollte zu diesem Zeitpunkt längst abgeschlossen sein. Trotzdem lohnt es sich, bei auffällig leichten Völkern die Futterreserve nochmals im Auge zu behalten.
Dazu muss die Beute nicht geöffnet werden. Ein vorsichtiges Anheben von hinten oder eine Gewichtskontrolle genügt meist, um Unterschiede zwischen den Völkern zu erkennen.
Jetzt zeigt sich, ob im Spätsommer sorgfältig aufgefüttert wurde.
Beobachten statt eingreifen
An milden Novembertagen herrscht teilweise noch reger Flugbetrieb. Ein Blick ans Flugloch liefert viele Informationen, ohne das Volk zu öffnen.
Wir achten darauf, ob die Bienen ruhig ein und aus fliegen und ob sich vor dem Flugloch Auffälligkeiten zeigen. Einzelne tote Bienen sind zu dieser Jahreszeit normal. Grössere Mengen, viele krabbelnde oder flugunfähige Bienen oder deutliche Spuren von Räuberei verdienen dagegen Aufmerksamkeit.
Grundsätzlich gilt: Solange es keinen konkreten Grund gibt, bleiben die Beuten geschlossen.
Schutz vor ungebetenen Gästen
Mit sinkenden Temperaturen werden Bienenbeuten auch für Mäuse interessant. Ein sicherer Mäuseschutz verhindert, dass sie sich im warmen Innern einnisten und Waben oder Bienen schädigen.
Auch Spechte können im Winter zum Problem werden. An gefährdeten Standorten lohnt es sich, den Schutz frühzeitig anzubringen und nicht erst dann, wenn die ersten Löcher in der Beute zu sehen sind.
Zeit für Weiterbildung und Messebesuche
Wenn am Bienenstand weniger zu tun ist, bleibt mehr Zeit, das eigene Wissen zu vertiefen. Fachvorträge, Kurse oder ein Vereinsabend bieten Gelegenheit, Erfahrungen auszutauschen und offene Fragen aus der vergangenen Saison zu besprechen.
Auch ein Besuch an einer Imkereimesse lässt sich jetzt gut einplanen. Dort können wir Geräte und Hilfsmittel näher anschauen, Neuheiten kennenlernen und mit anderen Imkerinnen und Imkern ins Gespräch kommen. Besonders hilfreich ist es, konkrete Fragen mitzunehmen: Was hat sich in der eigenen Betriebsweise bewährt? Wo gab es Schwierigkeiten? Welche Anschaffung könnte die Arbeit tatsächlich erleichtern?
So nutzen wir die ruhigere Zeit, um Erfahrungen einzuordnen und Ideen für die nächste Bienensaison zu sammeln.
Tipp aus der Praxis
Ein Rundgang nach einem Herbststurm lohnt sich mehr als eine zusätzliche Volkskontrolle. Verschobene Deckel, umgestürzte Gegenstände oder beschädigte Fluglochschütze lassen sich von aussen beheben, ohne die Winterruhe der Bienen zu stören.
Im November ist weniger oft mehr: Ein gut vorbereitetes Volk braucht jetzt vor allem Ruhe und einen sicheren Platz für den Winter.
