Bienen Naef

Bienenkönigin erhalten – so gelingt das Zusetzen

Vom sicheren Empfang bis zur erfolgreichen Annahme im Bienenvolk

Du hast bei uns eine Buckfast-Königin bestellt? Damit sie gesund ankommt und von deinem Bienenvolk gut angenommen wird, zeigen wir dir hier, worauf es ankommt: die richtige Behandlung nach dem Transport, ein geeignetes Volk und genügend Zeit für die Eingewöhnung.

Die Anleitung richtet sich an Imkerinnen und Imker, die eine begattete, bereits in Eilage gewesene Königin erhalten.

Unser Weg auf einen Blick

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    Am Zustelltag

    Königin entgegennehmen, kontrollieren, schattig bei 18–24 °C lagern.

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    Tag 0–1

    In einen kleinen Kunstschwarm mit jungen Bienen zusetzen.

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    Nach 5–7 Tagen

    Ruhig kontrollieren: freigekommen, Eier, junge Larven?

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    Nach 3–4 Wochen

    Mit dem ganzen Jungvolk ins Wirtschaftsvolk einweiseln.

1. Lieferung vorbereiten und Königin empfangen

Unsere Königinnen reisen mit einigen Begleitbienen und Futterteig in einem speziellen Zusetzkäfig. Da es sich um lebende Tiere handelt, ist eine rasche Entgegennahme besonders wichtig. Plane das Zusetzen möglichst auf den Tag der Zustellung, so bleibt die Unterbrechung der Eiablage kurz.

Die wichtigsten Punkte nach der Ankunft: aus dem Briefkasten, kontrollieren, schattig aufbewahren, noch heute zusetzen.

Einzelne tote Begleitbienen sind nicht ungewöhnlich – entscheidend ist der Zustand der Königin. Königin und Begleitbienen bleiben bis zum Zusetzen im geschlossenen Käfig.

2. Unsere Empfehlung: Zusetzen über einen kleinen Kunstschwarm

Nicht jedes Volk nimmt eine neue Königin gleich gut an, besonders starke Wirtschaftsvölker. Nach dem Transport sind Legeleistung und Pheromonabgabe vorübergehend beeinträchtigt. Darum setzen wir die Königin zuerst in einen kleinen Kunstschwarm und weiseln sie erst einige Wochen später zusammen mit diesem Jungvolk ins Wirtschaftsvolk ein.

Vorteil

Bessere Annahme

Kleine Einheiten mit überwiegend jungen Bienen nehmen neue Königinnen häufig besser an.

Vorteil

Ruhiger Neustart

Die Königin beginnt nach dem Transport in Ruhe wieder mit der Eiablage, Brutnest und Entwicklung lassen sich kontrollieren.

Vorteil

Starke Vereinigung

Später bringt sie eigene Brut und eine eingespielte kleine Bienengemeinschaft mit ins Wirtschaftsvolk.

Ob Mini-Plus oder kleine Ablegerbeute: Entscheidend ist, dass die Einheit zur Bienenmenge passt.

Geeignet sind etwa eine Mini-Plus-Beute, eine kleine Ablegerbeute oder eine andere Kleinbeute, die gut belüftet ist und sich gut füttern lässt. Wir bevorzugen den Kunstschwarm ohne Kellerhaft an einem mindestens 3 km entfernten Standort.

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    Schritt 1

    Kleine Beute vorbereiten

    Bereite eine saubere, zur geplanten Bienenmenge passende Beute vor, etwa ein Mini-Plus mit einer Zarge oder eine kleine Ablegerbeute. Bei grösseren Beuten den Raum an die geringe Volksstärke anpassen.

    • Rähmchen mit Mittelwänden oder sauberen, ausgebauten Waben
    • Sichere Fütterungsmöglichkeit oder passende Futterwabe
    • Gute Belüftung, besonders während des Transports
    • Verschliessbares Flugloch
    • Schutz vor Witterung und Überhitzung

    Tipp: Ausgebaute, saubere Waben aus gesunden eigenen Völkern erleichtern den Start: Die Königin kann schneller mit der Eiablage beginnen.

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    Schritt 2

    Kleinen Kunstschwarm bilden

    Entnimm möglichst junge Bienen von den Brutwaben eines oder mehrerer gesunder Völker und schlage sie direkt in die vorbereitete Beute ein. Eine Schwarmkiste braucht es dafür nicht. Achte unbedingt darauf, keine Königin mitzunehmen.

    Als Orientierung nennt die Bayerische Landesanstalt für ein einräumiges Mini-Plus im Mai und Juni rund 400 g Bienen, etwa drei gut gefüllte Schöpfkellen à 250 ml. Andere Beuten brauchen mehr.

    Tipp: Der Kunstschwarm muss stark genug sein, um die Königin zu versorgen, Waben auszubauen und die Brut warmzuhalten.

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    Schritt 3

    Königin im Zusetzkäfig einhängen

    Öffne die Verschlusskappe des Zusetzkäfigs, sodass der Futterteig von aussen zugänglich ist. Der Futterteig bleibt als Verschluss im Käfig.

    Hänge den Zusetzkäfig anschliessend sicher zwischen zwei Rähmchen. Achte darauf, dass die Bienen Zugang zum Futterteig haben und die Lüftungsöffnungen frei bleiben.

    Die Arbeiterinnen tragen den Futterteig nach und nach ab und öffnen dadurch den Ausgang für die Königin. So wird sie verzögert freigegeben.

    Freigabe über den Futterteig: Die Bienen fressen den Teig weg, bis der Ausgang offen ist.

    Tipp: Lass die Königin nicht direkt auf die Waben laufen. Die verzögerte Freilassung gibt den Bienen Zeit, sich an die neue Königin zu gewöhnen.

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    Schritt 4

    Am entfernten Standort aufstellen

    Bringe die Beute an einen Standort mindestens 3 km von den Herkunftsständen entfernt. So kehren ältere Flugbienen nicht zurück, und auf die Kellerhaft kann verzichtet werden. Beim Transport auf Belüftung, sicheren Verschluss und Schutz vor Überhitzung achten, dann aufstellen und das Flugloch öffnen.

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    Schritt 5

    Mit Futter versorgen

    Ein frischer Kunstschwarm hat keine eigenen Vorräte, braucht aber von Anfang an Nahrung, besonders beim Wabenbau. Welche Variante passt, zeigt die Übersicht unten.

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    Schritt 6

    Annahme kontrollieren

    Lass die Einheit die ersten Tage ungestört. Kontrolliere nach etwa fünf bis sieben Tagen ruhig und kurz. Die Königin muss dafür nicht gesucht werden. Bei reinen Mittelwänden kann der Legebeginn etwas länger dauern.

    • Ist die Königin aus dem Käfig freigekommen?
    • Sind frische Eier oder junge Larven vorhanden?
    • Entwickelt sich ein zusammenhängendes Brutnest?
    • Hat das Volk genügend Bienen und Futter?
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    Schritt 7

    Königin etablieren lassen

    Gib der Königin Zeit, regelmässig zu legen und ein schönes Brutnest aufzubauen. Nach etwa drei bis fünf Wochen schlüpfen die ersten eigenen Arbeiterinnen. Kontrolliere Futter und Entwicklung und erweitere die Beute bei Bedarf.

    Tipp: Eine Königin, die seit einigen Wochen erfolgreich in einem kleinen Volk legt, bringt besonders günstige Voraussetzungen für die spätere Umweiselung mit.

Zusätzliche Sicherheit: Freigabe um 24 Stunden verzögern

Bei besonders wertvollen Zuchtköniginnen oder unruhigen Bienen kann der Käfigausgang zunächst rund 24 Stunden fest verschlossen bleiben. Diese Möglichkeit beschreiben Matthieu Guichard (Bienengesundheitsdienst) und Benoît Droz (Agroscope) im Fachartikel «Das Kunstschwarmverfahren» (Schweizerische Bienen-Zeitung 05/2024). Die Arbeiterinnen nehmen die Königin durch das Gitter wahr und versorgen sie. Danach öffnest du die Verschlusskappe, damit die Bienen den Futterteig abtragen können. Futterzugang und Belüftung müssen die ganze Zeit gewährleistet sein.

Fütterung: drei Varianten

Variante A

Honig- oder Futterwabe

Saubere, möglichst verdeckelte Wabe ohne Brut aus eigenen, gesunden Völkern beim Einlogieren mitgeben.

  • Sofort Futterreserven
  • Sicher auch bei schlechtem Flugwetter
  • Kein auslaufendes Flüssigfutter

Variante B

Flüssigfütterung

Zuckerwasser 1:1, besonders sinnvoll, wenn überwiegend Mittelwände ausgebaut werden müssen.

  • Menge der Volksstärke anpassen
  • Am Abend füttern gegen Räuberei
  • Beim Transport auslaufsicher

Variante C

Kombination

Futterwabe für die unmittelbare Versorgung, bei Bedarf kleine Mengen Zuckerwasser 1:1 für den Wabenbau.

  • Kontinuierlicher Futterfluss
  • Nicht zu viel einlagern lassen
  • Platz für die Eiablage freihalten

3. Jungvolk mit dem Wirtschaftsvolk vereinigen

Als Richtwert geben wir der Königin drei bis fünf Wochen. Entscheidend ist aber die Entwicklung: Die Königin legt regelmässig, ein gesundes, zusammenhängendes Brutnest ist vorhanden, und die Einheit hat genügend Bienen und Futter.

Vorbereiten

Wirtschaftsvolk entweiseln

Bisherige Königin suchen und entfernen. Sorgfältig prüfen, ob eine weitere Königin oder Weiselzellen vorhanden sind. Beide Völker müssen gesund sein, Varroabefall vorher beurteilen.

Vereinigen

Zeitungspapiermethode

Eine Lage leicht angefeuchtetes Zeitungspapier oder besser lebensmittelechtes Seidenpapier zwischen die Einheiten legen. Die Bienen arbeiten sich langsam durch und vermischen sich schrittweise.

Beachten

Unterschiedliche Rähmchen

Bei Mini-Plus und Dadant, Zander oder Schweizerkasten eine passende Zwischenzarge oder einen Adapter verwenden. Brutnester nicht unnötig auseinanderreissen.

Der entscheidende Vorteil: Die neue Königin kommt nicht allein in ein fremdes Volk, sondern zusammen mit ihrem bereits etablierten kleinen Bienenvolk.

4. Alternative Methoden

Nicht immer steht ein entfernter Standort zur Verfügung oder ist ein Kunstschwarm erwünscht. Diese bewährten Wege führen ebenfalls zum Ziel.

Kunstschwarm mit zweitägiger Dunkelphase (Mini-Plus)

Nach der Anleitung «Völkerführung in der Standard-Mini-Plus-Beute» der Bayerischen Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau:

  • Einräumiges Mini-Plus mit sechs Rähmchen und Mittelwänden vorbereiten.
  • Rund 400 g überwiegend junge Bienen einfüllen.
  • Königin im Zusetzkäfig mit geöffnetem Futterteigverschluss zwischen die Rähmchen hängen.
  • Futterzarge aufsetzen, Beute belüftet verschliessen und zwei Tage kühl und dunkel stellen, versorgt mit 2 Liter Zuckerwasser 1:1.
  • Nach zwei Tagen am Abend am Standort aufstellen und das Flugloch öffnen.

Die Königin wird hier bereits zu Beginn zur Freigabe angeboten. Die Mengen gelten für das Mini-Plus-System, und die Dunkelphase garantiert nicht, dass alle Flugbienen ihre Orientierung verlieren. Darum möglichst junge Bienen verwenden.

Klassischer Kunstschwarm mit Kellerhaft

Gemäss Schweizer Bienengesundheitsdienst für grössere Kunstschwärme mit je nach Jahreszeit 1–3 kg Bienen, die zu eigenständigen Jungvölkern heranwachsen sollen.

  • Junge Bienen gesunder Völker in einer belüfteten Schwarmkiste sammeln.
  • Königin im fest verschlossenen Zusetzkäfig einhängen. Sie darf während der Kellerhaft nicht freikommen.
  • Drei bis fünf Tage kühl und dunkel aufstellen, mit Futter und Flüssigkeit versorgen.
  • In eine Beute mit Mittelwänden einlogieren, erst jetzt den Futterteigverschluss öffnen.
  • Am Standort aufstellen und weiter füttern. Am ursprünglichen Stand rund 0,5 kg Bienen mehr einplanen.

Zusetzen über einen kleinen Brutableger

Mit Brutwaben (idealerweise schlüpfender Brut), jungen Bienen und Futter. Weil ein Ableger mit offener Brut selbst Königinnen nachziehen kann, bildest du ihn etwa neun Tage vor der Lieferung und hältst ihn weisellos. Am Zusetztag alle Brutwaben kontrollieren, sämtliche Nachschaffungszellen entfernen, sicherstellen, dass keine Königin vorhanden ist, und die Königin im Futterteigkäfig zwischen die Brutwaben hängen. Nach einigen Wochen wie oben beschrieben vereinigen.

Direktes Umweiseln mit neun Tagen Vorbereitung

Tag −9

Alte Königin käfigen

In einem ausbruchssicheren Käfig für mehrtägige Käfigung (kein Versandkäfig) zurück ins Brutnest hängen. Es entsteht eine Brutpause, nach neun Tagen ist die Brut weitgehend verdeckelt.

Tag 0

Entfernen und kontrollieren

Alte Königin samt Käfig entfernen, sämtliche Brutwaben auf Weiselzellen prüfen und diese vollständig entfernen. Sicherstellen, dass keine weitere Königin vorhanden ist.

Tag 0 bis +10

Zusetzen und Ruhe

Neue Königin im Futterteigkäfig ins Zentrum des Brutnests hängen, bei Bedarf füttern. Volk in Ruhe lassen und nach sieben bis zehn Tagen vorsichtig kontrollieren.

Das Käfigen während neun Tagen ist nicht identisch mit einem vollständig weisellosen Volk. Der Bienengesundheitsdienst beschreibt auch die Variante, die alte Königin neun Tage vorher ganz zu entfernen. Beide Wege senken das Nachschaffungsrisiko, eine Garantie gibt es nicht. Diese Methode empfehlen wir vor allem erfahrenen Imkerinnen und Imkern.

5. Grundregeln für alle Methoden

Keine andere Königin

Auch eine unbegattete oder unbemerkte junge Königin verhindert die Annahme. Länger weisellose oder drohnenbrütige Völker eignen sich nicht.

Genug Futter

Völker mit Futtermangel nehmen Königinnen schlechter an. Bei Trachtmangel vorsichtig füttern und Räuberei vermeiden.

Wenig Störung

Häufiges Öffnen, viel Rauch und unnötiges Suchen gefährden die Annahme. Nur so viel kontrollieren wie nötig.

Gesunde Bienen

Nur Bienen, Waben und Futter aus gesunden Völkern verwenden. Beim Wabentausch ist Vorsicht geboten.

Varroabehandlung planen

Beim Kunstschwarm bietet die Brutfreiheit Gelegenheit für eine Behandlung mit zugelassenem Oxalsäurepräparat vor der Verdeckelung der ersten Brut. Bei anderen Methoden in den ersten drei Wochen nach dem Zusetzen nicht behandeln.

Häufige Fragen

Unser Rat zum Schluss

Eine neue Königin ist die Grundlage für die Zukunft deines Volkes. Wir bevorzugen deshalb die Einführung über einen kleinen Kunstschwarm: etwas mehr Aufwand, aber besonders günstige Voraussetzungen. Die direkte Umweiselung mit neun Tagen Vorbereitung ist eine gute Alternative für Erfahrene. Und unabhängig von der Methode gilt: Auch bei sorgfältigster Vorbereitung lässt sich die Annahme nie vollständig garantieren.

Weiterführende Fachinformationen

Die beschriebenen Vorgehensweisen orientieren sich insbesondere an folgenden Fachquellen:

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